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Koalition sieht Handlungsbedarf beim Friedhof


Wie die Schafe um ihre Hirten, so lagerten sich in früheren Zeiten die Kirchhöfe mit ihren Gräbern um die Gotteshäuser. In Steinbach zeugt davon noch der kleine, längst aufgelassene Kirchhof hinter der evangelischen St. Georgskirche mit seinen vereinzelten historischen Grabsteinen. Im Laufe der Zeit und als die Städte wuchsen, wurden am Rand oder außerhalb der Stadtgrenzen, entfernt von den Kirchen, Friedhöfe angelegt und erfuhren eine Isolierung vom öffentlichen Leben. Dass auch Steinbach es letztendlich zur Größe einer Stadt gebracht hat, zeigt unser Friedhof, der anfangs auch außerhalb des Ortes lag und nun inmitten der Stadt wie eine Oase daliegt. Großzügige makellose Wiesenflächen und hie und da alter Baumbestand bieten sich dem Auge dar, zusammenhängende Gräberfelder gibt es gar nicht mehr so viele, stattdessen vermehren sich die Urnenstelen, die nur begrenzte Möglichkeiten für eine individuelle Gestaltung bereit halten. Der Friedhof als gewachsene Kulturlandschaft scheint selbst im Sterben begriffen. Schon streben die Gedanken vieler Steinbacher einem Friedwald zu. Und doch haben wir mitten in unserer Stadt die großzügige, liebevoll gepflegte Fläche unseres städtischen Friedhofes sowie eine Trauerhalle mit einer guten Atmosphäre, die im Jahr für siebzig bis achtzig Bestattungen die jeweilige Trauergemeinde aufnimmt. Außerhalb der Beisetzungen nehmen nur wenige Besucher oder Besucherinnen den Weg über den Friedhof, es sei denn, sie kommen, um ihre Gräber zu pflegen.

Die Koalitionsparteien SPD und FDP im Stadtparlament beobachten seit geraumer Zeit, wie der Rasen im selben Maße an Platz gewinnt, in dem die Gräberfelder kleiner werdend wie Inseln darin liegen, während die Urnenstelen in Windeseile an Zahl zunehmen. Es ist an der Zeit, Fragen zu stellen: Welche Pläne verfolgt die Stadtverwaltung für unseren Friedhof? Eine so schöne Anlage sollte doch nicht zugunsten eines eventuellen Friedwaldes aus den Augen verloren werden. Barbara Köhler, parteilose Stadtverordnete der SPD-Fraktion, die den Friedhof so gerne aufsucht, fragt sich: "Wenn ich sehe, wie die Rasenflächen scheinbar unzusammenhängend größer werden und mittendrin die Gräber weniger, während die Urnenstelen sich immer größerer Beliebtheit erfreuen, da frage ich mich inzwischen, ob vonseiten der Stadt ein planerisches Augenmerk auf dem Friedhof als solchem liegt."

Ideen für eine weitergehende Gestaltung hätten beide Fraktionen beizutragen. Zuerst aber wird in der nächsten Stadtverordnetenversammlung am 18. September ein Antrag mit dem Ziel einer gemeinsamen Begehung des Friedhofes gestellt, an der sich Bau- und Verkehrsausschuß sowie Haupt- und Finanzausschuß beteiligen werden, um sich zusammen mit der Stadtverwaltung ein gemeinsames Bild zu machen. Dann wird man weitersehen.

Andrea Rahlwes, SPD-Stadtverordnete, zeigt auf, dass auf Grundlage einer Anfrage im vergangenen Jahr seitens der Stadtverwaltung kundgetan wurde, dass die Urnenbestattung in Steinbach inzwischen die gebräuchlichste Form der Beisetzung darstellt.

Inzwischen werden knapp 90% aller Beerdigungen mit einer Feuer-/Urnenbestattung anstelle einer Erdbestattung vollzogen. Um am Ende keine Betonwüste auf dem Friedhof zu erhalten, gilt es hier, zielführende Konzepte mit einer stärkeren Begrünung, Strukturierung und Modernisierung zu erhalten, um diesen Ort weiterhin für die Nachkommen attraktiv zu halten.

(SPD-Stadtverordnete Barbara Köhler & Andrea Rahlwes auf dem städtischen Friedhof, Bild der SPD Steinbach)

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